Informationen zu Linux


Was ist Linux?
Warum sollte man Linux benutzen
Anwendungen für Linux
Wo gibt's Linux?
Hardware-Anforderungen
Linux-Distributionen (Kleine Übersicht)
WWW-Adressen einiger Linux-Distributoren
(Online-)Literatur/Hilfe zum Thema Linux (Auswahl!)

Was ist Linux?

Linux ist
  • sogenanntes freies Betriebssystem
  • frei von Lizenzgebühren!
  • schnell und stabil
  • ein UNIX-Betriebssystem (Berührungsängste sind jedoch unbegründet ;=))
  • Es besitzt eine grafische Benutzeroberfläche (X11)
    (Wer's nicht missen will, u.a. auch im Look & Feel von Windows 95)
  • i.d.R. über grafische Tools konfigurierbar (ebenfalls X11)!
  • beherrscht echtes Multitasking (preämtiv)
  • ein echtes 32/64-Bit Betriebssystem (PC/Alpha & MIPS)
  • durch Neu-Kompilation des Kernels (Betriebssystem-Kern) an die vorhandene Hardware anpassbar
    (erfolgt ebenfalls über eine grafische Oberfläche (Tcl/Tk))
  • für die verschiedensten Hardware-Plattformen verfügbar:
    Legende: Umgangssprachlich (Name im Source-Baum)
    • PC (i386)
    • DEC-Alpha (alpha)
    • Power-PC (ppc)
    • SPARC (sparc)
    • Atari (mk68)
    • Amgia (mk68)
    • MIPS (mips)
  • für den Einsatz im Netzwerk-Verbund prädestiniert Einsatz als:
    • Router (optimierbar!)
    • WWW-, FTP-, File-, Mail-Server
    • Firewall
    • Applikations-Server (Mit Samba auch für MS-Windows-Clients)
  • mit einer grafischen Benutzeroberfläche (wie die meisten anderen Betriebssysteme auch) ausgestattet
  • in einem Netzwerk mit weiteren (Linux-)Rechnern sind verteilte Anwendungen ohne Probleme möglich

Linux haftet - zu unrecht - der Ruf an, ein Betriebssystem nur für Experten, Freaks, Hacker etc. zu sein, die in Linux ihre ganz persönliche Spielwiese gefunden haben. Zugegeben, das Toben auf der Spielwiese mag sicher für eine gewisse Zeit schön und auch gut sein, letztendlich aber verfolgt jedes Tun auch ein Ziel. Es kann sicher nicht das alleinige Ziel sein, ein Betriebssystem selbst (weiter) zu entwickeln und zu verstehen, wie es funktioniert, wie man es optimieren kann und und und ...
Die ganze Arbeit, die viele hunderte von Programmierern - freiwillig - in die Entwicklung dieses Betriebssystem investiert haben und es immer noch tun, hätte sich nicht gelohnt, wenn es niemanden gäbe, der das Betriebssystems und seine Software nutzt.

Es fehlt also noch ...? - Richtig, Du! Der Anwender, der Nutznießer!

Nun, Anwender bist Du vielleicht schon unter einem anderen Betriebssystem.
Es gibt aber doch den einen oder anderen Unterschied?:

  • Der größte Teil der Software unterliegt der GPL (General Public Licence), d.h.
    • kurz : Freie Software für freie Menschen!
    • und : Diese Software kostet Dich keinen Pfennig!
    • bündig: Die Sourcen dieser Software sind frei verfügbar!

  • Du bist als Anwender sind gefragt und das ist wörtlich zu nehmen!
  • Du kannst aktiv an der Entwicklung (z.B. durch Verbesserungsvorschläge, Hinweise auf Fehler etc.) teilhaben. Wenn Du selbst programmieren oder an einem Projekt mit helfen willst, so ist das auch kein Problem.
  • Du bekommst ein stabiles Betriebssystem an die Hand (auf die Platte ;=))
  • Du kannst das Betriebssystem selbst an deine vorhandene Hardware anpassen


Damit ist die Überleitung zum nächsten Kapitel auch schon hergestellt. Hier soll etwas genauer erörtert werden, welche Gründe es gibt, Linux einzusetzen.
Warum sollte man Linux benutzen?

Das einfachste, weil bequemste, Argument wäre sicherlich, das Linux schlicht besser ist als z.B. Windows. Es sollten m.E. aber auch "griffigere" Argumente in den Vordergrund gestellt werden, ohne ein bestimmtes Betriebssystem mit polemischen Argumenten zugunsten eines anderen ins rechte Licht zu rücken! (Quasi-Monopolisten ausgenommen ;=))

Linux (oder NetBSD, FreeBSD etc.) nimmt ganz sicher nicht die Rolle einer Zwangs-Alternative ein, sondern die einer echten Alternative.

Wann ist ein Wechsel zu einem oder der Einsatz eines anderen Betriebssystem(s) sinnvoll?

Die folgenden Fragen können bei der Beantwortung behilflich sein:

  • Bin ich mit dem jetzigen Betriebssystem zufrieden?
    • Wie oft muß das Betriebssystem und die zugehörige Software neu installiert werden?
    • Ist es stabil oder stürzt es regelmäßig ab?
    • Ist die Benutzeroberfläche intuitiv bedienbar?
    • Kann ich meine persönlichen Daten gegen Zugriff Dritter schützen?

    >Wie ist es allgemein um die Sicherheitsaspekte des benutzten Betriebssystems bestellt? - Abhilfe?
  • Wird bei fehlerhafter Software schnell Abhilfe geschaffen?
  • Bin ich mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis meiner Software zufrieden?
  • Rechtfertigt z.B. die sporadische (private) Benutzung meiner Software ihren Preis?

Wenn man bei der ernsthaften Beantwortung, ob das benutzte Betriebssystem dasjenige der Wahl ist, in Argumentationsnot gerät, sollte man hellhörig werden. Vielleicht sind mögliche Alternativen ignoriert worden, nicht bekannt gewesen oder es ist schlimmstenfalls nie nach Alternativen gefragt worden. Die letzte Variante ist IMHO die bedauerlichste, denn schließlich fragt man in vielen Situationen des Lebens automatisch nach möglichen Alternativen. Man möchte sich schließlich nicht mit weniger als dem Optimum zufrieden geben.

Bedenkt man, daß die Welt, in der wir leben, sich rasant zu einer Informationsgesellschaft entwickelt, gewinnt auch der freie Zugang zur benötigten Software eine neue Dimension! Die Hardware ist schließlich schon teuer genug. Ein Zugang zum Internet z.B. wird in wenigen Jahren für den Privat-Haushalt ebenso selbstverständlich sein wie es jetzt das Telefon oder der Fernseher mit Videotext ist.

Freie Betriebssysteme wie z.B. Linux in Verbindung mit der GPL stellen die freie Verfügbarkeit von Software für den täglichen Bedarf (Office-Anwendungen,Internet, EBV, Scanner-Software, ...) als auch weit darüber hinaus sicher.

Lizenzbestimmungen der Art "Mit dem Öffnen der Verpackung erkennen Sie automatisch die damit verbundenen Bedingungen ... an." bedeuten oft die Katze im Sack zu kaufen. Entspricht die (meist teuer) erstandene Software nicht den Vorstellungen des Anwenders ist die Katastrophe perfekt. Eine komplexe Software kann auch nicht mal eben im Geschäft auf ihre Alltagstauglichkeit hin überprüft werden.
Software, die beispielsweise der GPL unterliegt, kostet nichts. Der Anwender kann in aller Ruhe die Software testen, und wenn sie seinen Ansprüchen gerecht wird, weiterhin benutzen - einfach so! - Das schließt bei Gefallen eine Spende an den/die Autoren oder z.B. die FSF (Free Software Foundation) nicht aus!

Wer auf bekannte Software aus dem kommerziellen Umfeld nicht verzichten mag oder kann, der findet mit diverser auf Linux portierter Software (z.B. StarOffice 4.0, Informix, Adabas D 10.0 etc.) ebenfalls ein ansprechendes Angebot. (Anm.d.A.: Viele Software-Hersteller ignorieren leider immer noch erfolgreich(?), daß Linux ein ernstzunehmendes Betriebssystem ist). Positiv zu werten ist in diesem Zusammenhang, daß Corel angekündigt hat, seine zentralen Anwendungen auf Linux portieren zu wollen.

Die Akzeptanz eines Betriebssystems steigt dann spürbar, wenn ent-/ansprechende Softwareverfügbar ist. Der Unterschied, ob es sich dabei um kommerzielle oder freie Software handelt steht dabei nicht so sehr im Vordergrund. Ein Beispiel dafür mag OS/2 sein.

Anfangs war Linux ein Betriebssystem von Freaks für Freaks. Anwendungs-Software gab es im Sinne von anwenderfreundlich so gut wie keine. Das heißt im übrigen nicht, das es zu keinem Zeitpunkt brauchbare Software gab/gibt, sondern eher umständlich zu bedienen war/ist. Aus dieser "Not" heraus ist neue Software enstanden, die
  • die Bedienung durch grafische Frontends drastisch vereinfacht.
  • trotzdem die täglichen Arbeiten bewältigt.
  • endlich das lang vermißte Wunsch-Feature - auch sowas gibt es - besitzt.

Welche Software es für Linux gibt, ist Thema des nächsten Kapitels. Hier wird ein kurzer (sicher nicht vollständiger) Abriß über Software der verschiedensten Kategorien angegeben.
Anwendungen für Linux!

Ein Um-/Einstieg eines Anwenders auf ein anderes Betriebssystem ist i.d.R. eng an die Verfügbarkeit von Anwendungen geknüpft. Es werden im folgenden Applikationen aufgelistet, die für Linux verfügbar sind! Sie enthält sicherlich nicht alle verfügbaren Applikationen!!!

Hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen oder gibt es Anwendungen, die hier nicht aufgeführt sind, die Eurer Meinung nach unbedingt in diese Liste gehören, dann schickt mir eine Mail Jörg Wegner

Für eine Linux-Distribution steht nicht ausschließlich die Aktualität der Software im Vordergrund, sondern eher die Stabilität des gesamten Systems. Man muß nicht ständig Update- Orgien veranstalten, sondern kann sich auf die eigentliche Arbeit, die man mit dem Computer erledigen will, konzentrieren.
Wer denoch nicht bis zur nächsten Ausgabe einer Distribution warten kann/will, für den besteht aber jederzeit die Möglichkeit, neuere/fehlerbereinigte Programm-Versionen zu installieren.
Wo gibt's Linux?

Theoretisch als auch praktisch kann sich der geneigte Benutzer Linux direkt von einem FTP-Server installieren (z.B. RedHat), ein Modem, einen Netzanschluß, Zeit und Geld vorausgesetzt.
Der bessere (und nervenschonendere) Weg ist der Erwerb einer sogenannten Linux-Distribution. Eine solche Distribution enthält alle benötigte Software und in einigen Fällen (z.B. Suse) auch Demoversionen kommerzieller Software-Produkte.
Hardware-Anforderungen

Grundsätzlich unterstützt Linux ein sehr breites Spektrum an Hardware (Das gilt für CPU's, Grafik-Karten, CD-ROM, etc.). Trotzdem wird dringend angeraten, bevor man sich für eine Linux-Distribution entscheidet, abzuklären, ob die vorhandene (exotische) Hardware auch unterstützt wird bzw. den Minimalanforderungen entspricht.
Ein Besuch auf dem WWW-Server des jeweiligen Distributors bzw. ein Telefonanruf beim Selbigen liefert in den meisten Fällen die gewünschten Informationen.

Hier einige grundsätzliche Voraussetzungen zum Betreiben von Linux (Quelle: S.u.S.E Handbuch 4.4 (November 1996)):

Hauptplatinen
Unterstützte Hauptplatinen
Hersteller Typen
Alle ISA, EISA, VLB(hier kann es Speicherprobleme geben(Signal 11)!), PCI
Nicht unterstützte Hauptplatinen
IBM MCA (Mikcrochannel-Architecure, ab Kernel 2.2?)

Prozessoren
Unterstützte Prozessoren
Hersteller Typen
AMD & TI K5, Alle Intelx86 Clones
Cyrix Neuere und Cyrix 6x86
Intel 386, 486, Pentium, PPro
Problematisch
alte AMD 486 können 'hängen'
Cyrix, ULSI Bug im FSAVE and FRSTOR486DLC
UMC U5C chips: Probleme mit TLB

Hauptspeicher
Hier sind die Angaben des jeweiligen Mainboard-Herstellers zu beachten! Für Linux selbst ist der Speicher transparent, d.h. das Linux selbst nichts über die tatsächliche Speicherbestückung weiß bzw. wissen muß.

Distributionen (Übersicht)

Bei Distributionen aus Büchern sollte man auf deren Aktualität achten!
Folgende Distributionen wurden in der iX 10/1997 vorgestellt und getestet (Die Tabelle ist nicht vollständig übernommen! -> selbst mal in die iX reinschauen):

Debian GNU/Linux 1.3.1 DLD 5.2 Pro Caldera OpenLinux Standard 1.1 LST Power Linux2.2 PTS-Linux 1.0 Red Hat Linux 4.2 Linux Slackware 3.2 S.u.S.E. Linux 5.0 Unifix Linux 2.0 WGS Linux Pro 4.0
Anbieter JF Lehmanns, Berlin delix, Stuttgart LunetIX, Berlin JF Lehmanns, Berlin Hilcher, Neuss delix, Stuttgart JF Lehmanns, Berlin S.u.S.E., Fürth Unifix, Braunschweig Workgroup Solutions, Aurora(USA)
Kernelversion 2.0.30 2.0.29 2.0.29 2.0.29 2.0.29 2.0.30 2.0.29 2.0.30 2.0.18 1.2.13
libc 5.4.33 5.4.23 5.4.22 5.4.22 5.4.23 5.3.12 5.4.23 5.4.33 5.4.4 5.2.18
XFree86 3.3 3.2.9 3.2.1 3.2.1 3.2.9 3.2.9 3.2 3.3 3.1.2 3.1.2
Support(1) ML unbegrenzt M T/F/M siehe DLD M - 60 Tage
Installation
T/F/M/W
Installation
T/M
T(2x15 Min.)
M
Packetformat deb rpm rpm rpm rpm rpm tar.gz rpm tar.gz rpm
CD-Rom/Disk. 2/- 4/1 2/3 2/- 1/- 2/2 2/- 4/1 2/- 7/-
Handbuch/Umfang/
Sprache(2)
1B/34/D 3H/164, 150, 43/D 2H/270, 130/E 1H/210/D 1B/28/D 1H/250/E 1B/34/E 1H/450/D 2H/168, 196/D,E 1H/1600/E
Preis(3) 19,80 149 910 69 39,80 79 39 98 149 ca. 185
(1) Telefon/Fax/eMail/MailingListe/WWW (2) Handbuch/Booklet (3) Preis in DM inkl. MwSt.

Eine Bewertung der verschiedenen Distributionen gestaltet sich schwierig, da jede ihre Stärken besitzt. Installationen von Hand gehören der Vergangenheit an; für diese Aufgabe gibt es Packetmanager mit grafischer Benutzer-Schnittstelle.
Kleinigkeiten wie die Drucker-, Modem- oder TCP/IP-Konfiguration werden gleich mit erledigt.
Ist man nicht sicher, für welche Distribution man sich entscheiden soll, so sollte man erst mal eine Distribution von einem Bekannten ausleihen und installieren, zumal es auch preislich Unterschiede gibt. (Die Kosten sind übrigens keine versteckten Lizenzgebühren!; sie entstehen durch den Aufwand für die Zusammenstellung einer Distribution!)

WWW-Adressen einiger deutscherLinux-Distributoren

S.u.S.E., Fürth
delix, Stuttgart
Caldera
LunetIX, Berlin
JF-Lehmanns, Berlin
LST
Unifix, Braunschweig
Distributionen (international)


Die Reihenfolge der Links stellt keine Rangliste dar!

(Online-)Literatur/Hilfe zum Thema Linux

Linux
Linux-Magazin (deutsch-sprachig)
Linux-Journal (englisch-sprachig)
Linux Anwenderhandbuch (deutsch-sprachig)
Hilfen zur Kernel-Konfiguration
Linux Headquarter (Informationen zu verschiedenen Kernelversionen etc.)


E-Mail Kontakt: Jörg Wegner
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Last modified: Tue Sep 8 15:26:33 MET DST 1998